Gemeinde Wasserlosen

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Bericht aus der Gemeinderatssitzung vom 16.02.2017

Zum ersten Punkt konnte Bürgermeister Gößmann sowohl die Vertreter des Forstamtes, den Leiter Herrn Thierfelder und den derzeit zuständigen Förster, Herrn Müller als auch den gemeindlichen Forstwirt, Herrn Heil im Sitzungssaal begrüßen.
Nachdem die Gemeinde insgesamt um die 800 ha Wald bewirtschaftet, hat der Gemeinderat für die Belange des Waldes stetes ein offenes Ohr. Daher lassen sich die Gemeinderäte regelmäßig über die Waldbewirtschaftung informieren.
Eingangs wurden die Zahlen zum abgelaufenen Waldwirtschaftsjahr 2016 erörtert. Im Gemeindewald war ein Einschlag von 1750 fm und 650 fm im belasteten Rechtlerwald eingeplant. Dieser Einschlag wurde so nicht umgesetzt, weil auch die Nachfrage nach Brennholz stagniert. Tatsächlich wurden im Gemeindewald 1423 fm und im belasteten Rechtlerwald insgesamt 752 fm geerntet. Die Forstfachleute bescheinigten dem Wald in der Gemeinde einen guten Pflegezustand. Die im vergangen Jahr anvisierten Erlöse konnten so nicht erzielt werden, mit der Folge, dass der Wald im vergangenen Jahr rote Zahlen ausweist.
 
Auch in diesem Jahr ist mit einer ähnlichen Entwicklung zu rechnen, weil auch dieses Jahr, sowohl die Nachfrage an Brennholz als auch an Nutzholz, vor allem nach Buchenholz, rückgängig ist. Einig waren sich die Räte, dass unser Holz nicht unter Wert verkauft werden sollte. Vielmehr soll ein besseres Preisniveau abgewartet werden. Deshalb ist im Gemeindewald ein Einschlag von 1445 fm und im belasteten Rechtlerwald ein Einschlag von 540 fm eingeplant. Diese Mengen bringen es mit sich, dass auch dieses Jahr ein Fehlbetrag für den Wald anfallen wird.
Der Wald, so Bürgermeister Gößmann, ist für die Gemeinde nicht nur ein Wirtschaftsfaktor, sondern auch ein Vermögen, das für unsere künftigen Generationen Bestand haben soll. Daher sind die sog. „Schwarze Zahlen“ nicht unbedingt ein Muss. Es gilt nicht nur wirtschaftliche Aspekte, sondern auch
ökologische Aspekte zu berücksichtigen.
 
Viel Raum nahmen auch die Förderrichtlinien in Anspruch. So hat die Gemeinde künftig die Möglichkeit, über die Öko-Modellregion Pflegemaßnahmen an Waldrändern und für Biotopbäume Gelder abzurufen. Auch aus dem Schutzprogramm Wald sind Zuschüsse möglich, wenn Biotopbäume und Totholz im Wald verbleiben. Auf Nachfragen der Räte, ob das Totholz den Schädlingsbefall begünstigt, konnten die Fachleute zusichern, dass diese Gefahr vor allem für Nadelholzbaumarten nicht ausgeschlossen werden kann. In unseren Wäldern werden überwiegend Buchen als Biotopbäume und Totholz erhalten. Die Biotopbäume dienen den Bewohnern des Waldes als Brut- und Nistplätze. Diese Bäume werden während des Förderzeitraumes von ca. 12 Jahren mittels GPS erfasst. Geld gibt es nur, wenn die Bäume tatsächlich in diesem Zeitraum ihren Zweck erfüllen.
 
Erfreulich ist, dass im Rechtlerwald die Elsbeere zertifiziert werden soll. Damit darf das Saatgut von diesen zertifizierten Bäumen im Handel verkauft werden. Auch die Waldflurbereinigungen waren erneut ein Thema. Hier sind weitere Schritte mit der Jagdgenossenschaft Greßthal, sofern die Mitglieder einverstanden sind, einzuleiten. Diesbezüglich ist angedacht, dass sich die örtlichen Jagdgenossenschaften mit dieser Thematik befassen.
Hinsichtlich der staatlichen Betreuung, die zurückgefahren werden soll, wird ein Gesamtkonzept erarbeitet. Zum gegebenen Zeitpunkt wird es im Gemeinderat erörtert.
Bürgermeister Gößmann bedankte sich für die umfangreichen und interessanten Informationen. Der Jahresbetriebsplan 2017 und die Jahresbetriebsnachweisung von 2016 fanden die Zustimmung des Rates.
 
Auch im zweiten Punkt stand die Information im Mittelpunkt. Der Jugendbeauftragte, Herr Jupp Schneider, GT Greßthal, informierte den Rat über die Maßnahmen der Jugendpflege im vergangen Jahr als auch über die anstehenden Ferienspaßmaßnahmen in diesem Jahr. Die Angebote sind nicht nur auf die Sommerferien beschränkt, sondern sie werden auch in den Ferien im Laufe des Schuljahres angeboten.
 
Unsere Kinder haben 30 Angebote im vergangenen Jahr rege genutzt. Auf Nachfrage ist festzustellen, dass in unserer Gemeinde immer weniger Kinder vorhanden sind, mit der Folge, dass die Teilnehmerzahlen nicht unbedingt ansteigen. Mit Bildern und einem Vortrag sind die einzelnen Veranstaltungen erläutert worden. Nähere Informationen für die jungen und älteren Bürger sind auf der Homepage der Gemeinde nachzulesen. Auf der Internetseite sind auch die jetzt in nächster Zeit geplanten Veranstaltungen aufgelistet.
 
Der Gemeinderat nahm den Vortrag und die Initiativen des Jugendbeauftragten mit einem anhaltenden Applaus zur Kenntnis. Diesen Auftritt nutzte Jupp Schneider auch, um sich bei den zahlreichen Helfern zu bedanken. Denn nur durch das Engagement Vieler kann unseren Kindern und Jugendlichen ein attraktives Ferienprogramm angeboten werden. Diesem Dank schloss sich der Gemeinderat an.
 
Zügig konnte der dritte Punkt abgehandelt werden. In der Neubessinger Straße 6 soll das bestehende Wohngebäude abgebrochen werden und durch einen Neubau ersetzt werden. Der bestehende Gewölbekeller soll erhalten bleiben. Eine Prüfung hat ergeben, dass dieses Bauvorhaben im Altortbereich, d.h. in einem Gebiet ohne Bebauungsplan liegt. Der Gemeinderat stimmte dem Abbruch und dem geplanten Neubau gemäß Bauvoranfrage zu.
 
Unter dem Punkt Verschiedenes ist durch Gemeinderatsbeschluss der 2. Kommandant der FFw. Wasserlosen, Herr Michael Hofmann, förmlich in seinem gewählten Amt bestätigt worden.
Aus den vergangenen Sitzungen ist die LED-Umrüstung erörtert worden, weil hier neue Zahlen bekannt wurden. Insgesamt hat die Gemeinde 153 Peitschenmasten, die relativ einfach umzurüsten wären. Hierfür werden wohl Kosten um die 10.000,00 € einmalig anfallen. Das Umrüsten der Linsenköpfe ist wesentlich aufwendiger. Hier müssten für die 145 Leuchten über 70.000,00 € aufgebracht werden. Der Gemeinderat nahm diese Zahlen zur Kenntnis.
 
Vom Staatlichen Bauamt Schweinfurt ist der Fahrplan für den Ausbau der B 303 in diesem Jahr, allerdings nur mündlich, der Gemeinde mitgeteilt worden. Ab April soll es losgehen, zuerst mit dem Weiterbau des Radweges bis Rütschenhausen. Danach kommt die Fahrbahn der B 303 bis zur Einmündung in die Siedlung. Im Herbst soll dann das Teilstück ab Rütschenhausen bis zur Autobahnauffahrt gebaut werden. Hinsichtlich der geplanten Umleitungsstrecken hat der Gemeinderat Alternativen vorgeschlagen. Diese wären mit dem Staatlichen Bauamt noch abzustimmen.
 
Ein weiteres Thema war der Zeltplatz. Im Rahmen der Haushaltsberatungen ist die ungenügende Wasserversorgung des Zeltplatzes angesprochen worden. Eine Alternativlösung könnte sein, in die bestehende Leitung eine Leitung mit einem geringeren Durchmesser einzuziehen. Allerdings wäre mit Kosten um die 50.000,00 € zu rechen. Diese Investition macht aber nur Sinn, so die Mehrheit der Räte, wenn an den bestehenden Gebäuden notwendige Sanierungsarbeiten mit ausgeführt werden würden. Der Rat war sich einig, dass der derzeitige Zeltplatz nicht mehr zeitgemäß ist und vor allem die vorhandene Sanitärinstallation sanierungsbedürftig ist. Einig war sich der Rat, dass dieser Aufwand nicht alleine von der Gemeinde gestemmt werden sollte, da der Zeltplatz überwiegend von auswärtigen Gästen genutzt wird. „Gewinne“ sind mit dem Zeltplatz zu keiner Zeit erwirtschaftet worden.
Dem Wunsch nach einer „Hundetoilette“ im GT Brebersdorf wird entsprochen. Die Erfahrungen im GT Greßthal haben zwar nicht alle Erwartungen erfüllt, aber es ist eine Verbesserung eingetreten.
 
Dem öffentlichen Teil der Gemeinderatssitzung schloss sich ein nichtöffentlicher Teil an.